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Am Freitagabend stiegen sie mit ihrem Gepäck, das einem kleinen Flüchtlingslager glich, ins Auto. Meine Schwägerin, die schon auf der E39 (wieder einmal) von ihrer neuen Keto-Diät zu erzählen begann, die Jüngste, die eine Puppe dabei hatte, die jedes Mal „Mamaaa“ schrie, wenn jemand hustete, und mein Schwager, der eine Kiste Ringnes und ein Lächeln im Gepäck hatte, das sagte: „Ich bringe alles in Ordnung.“

Ich stand in der Tür wie ein echte Bergenser: heißen Kaffee in der Hand, ein warmes Lächeln auf den Lippen und eine innere Stimme, die flüsterte: „Du hast das schon einmal überstanden, du schaffst es wieder.“

Samstagmorgen um 06:47 Uhr

Ich wachte auf, weil jemand in der Küche „mitgeholfen“ hatte. Das heißt: Es klang, als hätte ein kleiner Verkehrsunfall eine Saftpresse, drei Kinder und eine ganze Packung Cornflakes mit sich gebracht. Meine Frau sah mich über das Kissen hinweg mit diesem Blick an, der sagt: „Du bist hier der Erwachsene.“

Ich lachte nur, denn was soll man sonst tun?
Meine Schwägerin hatte ihre Spezialität mitgebracht: „ein bisschen Extra“ – was bedeutet, dass sie sowohl Brötchen als auch Gebäck, zwei Sorten Marmelade und die Bemerkung „Du bist ein bisschen rund an den Wangen geworden, Schatz“ mitgebracht hatte.

Ich antwortete, dass es das Wetter in Bergen ist, das sich festsetzt, nicht das Gewicht. Sie lachte. Ich lachte. Wir lügen beide.

Der Höhepunkt kam am Samstagnachmittag, als mein Schwager und ich „nur ein bisschen grillen“ wollten.
Drei Stunden, fünf Bier und einen Feueralarm später hatten wir sowohl Würstchen als auch unsere Würde und einen Teil der Hecke des Nachbarn verbrannt (fragt nicht). Die Kinder liebten es.

Sie rannten wie kleine Wildtiere mit Ketchup im Haar herum und riefen „Onkel ist der Beste!“. Ich fühlte mich zehn Minuten lang wie ein Volksheld, bevor mir klar wurde, dass ich vergessen hatte, Brot zu kaufen.

Der Sonntag war geprägt von der klassischen „Jetzt machen wir es uns gemütlich“-Phase, die immer damit endet, dass alle ein bisschen zu müde und ein bisschen zu ehrlich sind. Meine Schwägerin sagte etwas über Erziehung. Ich sagte etwas darüber, dass wir Bergenser keine Erziehung brauchen, wir haben Humor.

Es wurde ein bisschen still. Dann lachten wir. Denn was zum Teufel soll man sonst tun?

Schlussbemerkung:

Das Wochenende war Chaos. Völliges, unverfälschtes Chaos. Aber es war unser Chaos. Die Art, bei der man um 23:30 Uhr mit einer letzten Tasse Tee dasitzt, die Schwägerin ist ins Bett gegangen, die Kinder schlafen (wie durch ein Wunder), und man schaut seine Frau an und denkt: „Mein Gott, wie glücklich ich bin, dass ich diese verrückten Menschen lieben darf.“

Familie ist wie das Wetter in Bergen: Man weiß, dass es nass, windig und ein bisschen zu viel wird, aber es ist trotzdem das Einzige, das einem das Gefühl gibt, zu Hause zu sein.

Danke für das Wochenende, meine Lieben.
Das nächste Mal bringe ich Ohrstöpsel und ein bisschen weniger Ego mit.

PROTOKOLLIERT VON: Dave // BERGEN , 2026