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Gestern sind meine Frau und ich mit der Ulriksbanen – hochgefahren, um uns einen richtigen Sonntags-Reset zu gönnen. Es gibt nichts Schöneres als diese langsame, knarrende Fahrt den Berg hinauf, während Bergen unter uns glitzert, als würde es nur für einen selbst posieren.
Auf halber Höhe fiel uns auf, dass die Kabine voll mit Leuten in kompletter Trainingsmontur war – Kompressionshosen, schicke Laufwesten, das ganze Influencer-Starterpaket. Na gut, dachte ich. Ulriken ist ein erstklassiges Wandergebiet.
Dann kamen wir oben an. Fast jeder einzelne von ihnen holte sofort sein Handy heraus, nahm die Siegerpose mit der Stadt im Hintergrund ein, schoss das Selfie und … machte sich sofort auf den Rückweg den Pfad hinunter in Richtung Stadt.
Moment mal … sind die etwa mit der Seilbahn hochgefahren, haben das „Ich habe den Ulriken bezwungen“-Foto gepostet und sind dann runtergeschlendert, als wäre es eine Ehrenrunde?
Meine Frau und ich sahen uns an und konnten uns vor Lachen kaum noch halten. Wir haben uns den ganzen Weg bis zum Gipfelplateau kaputtgelacht.
Klassischer Bergen-Fitness-Flex – mit der Seilbahn nach oben, schnelles Selfie für Instagram, dann gemächlicher Abstieg, während man so tut, als hätte man es geschafft.

Hört mal, nichts für ungut – wir haben alle schon mal ein bisschen mit unseren Bergtouren geprahlt. Aber es ist besonders witzig, einer ganzen Truppe dabei zuzusehen, wie sie die Ulriksbanen zu ihrem persönlichen Aufzug zum Ruhm macht.
Die Moral der Geschichte? Wenn du schon ein Gipfel-Selfie postest, dann verdiene dir wenigstens erst mal die brennenden Muskeln in den Beinen. Oder auch nicht.
So oder so, wir hatten viel zu lachen und einen wunderschönen Sonntag. Bergen enttäuscht nie – vor allem, wenn es um kostenlose Unterhaltung geht.