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Während der Rest der Truppe Cocktails am Pool will, träumt Papa von der Mitternachtssonne.
Ich gehöre zu den Menschen, die schon beim Gedanken an die hellen Nächte in Nordnorwegen Schmetterlinge im Bauch bekommen.
Kennst du dieses Gefühl, wenn es 23:30 Uhr ist, die Sonne aber immer noch am Himmel steht und wie ein großer, hartnäckiger, orangefarbener Ball am Himmel hängt? Die Mitternachtssonne, die Stille, die Fjorde, die Berge und der Geruch von Seetang und Torf … Der Himmel, der nie ganz dunkel wird. Das ist pure Magie.
Aber dann habe ich eine Familie.
Sie schauen mich mit einem sanften, beinah mitleidigen Blick an und sagen: „Papa, wir wollen diesen Sommer nach Zypern.“
Allein der Gedanke an Temperaturen über 32 °C und eine Sonne, die stärker brennt als eine Möwe in den Bergen, bringt mich ins Schwitzen. Die anderen hingegen? Sie stellen sich weiße Strände, türkisfarbenes Wasser und eiskalte Getränke mit kleinen Schirmchen vor. Vielleicht finden sie spätabends eine kleine Taverne mit griechischem Salat und Souvlaki. Die Kinder sehen einen Pool mit Wasserrutsche. Meine Frau sieht sich selbst unter einem Sonnenschirm ein Buch lesen, ohne einen Pullover griffbereit haben zu müssen.
Und ich? Ich sehe mich wie einen Eiswürfel auf dem Asphalt schmelzen und sehne mich nach einer Wollmütze und einem Spaziergang unter der Mitternachtssonne um Mitternacht.
Aber Liebe ist eben Kompromiss, nicht wahr? (Zumindest rede ich mir das ein, während ich Flugtickets in den Süden buche.)
Nun ist es also beschlossen. Diesen Juli geht es nach Zypern. Wir werden Hitzewellen durchschwitzen, uns an Meze satt essen und an Stränden mit unaussprechlichen Namen faulenzen. Vielleicht tanzen wir sogar ein bisschen Sirtaki, wenn mich jemand mit Ouzo ordentlich betrunken macht. Ich werde versuchen, nicht jeden Tag die Wettervorhersage für Tromsø zu checken.
Aber tief im Inneren? Da sitzt der neue Norweger in mir, der sich noch daran erinnert, wie es sich anfühlt, um ein Uhr morgens auf einem Berggipfel zu stehen und zuzusehen, wie die Sonne tief über dem Horizont tanzt, ohne zu verschwinden. Leise flüstere ich: „Vielleicht nächstes Jahr?“
Für meine Familie ist das Schönste am Urlaub, zusammen zu sein. Es spielt keine Rolle, ob unter der Mitternachtssonne Nordnorwegens oder der Mittagssonne Zyperns. Wenn ich mich entscheiden müsste, ob ich mit ihnen an einem verschwitzten Strand oder allein in der kalten Bergwildnis sein will, dann würde ich mich für den Strand entscheiden. Jedes Mal.
Aber ich habe bereits den Grundstein für eine „Verlängerung“ auf den Lofoten im August gelegt. Man kann ja immer hoffen!
Ich wünsche euch einen tollen Sommer, wo auch immer die Sonne für euch scheint!