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Norwegisches Essen ist schon etwas seltsam, aber Smalahoves Herangehensweise ist echt genial.

Ich lebe schon ewig in Norwegen. Es ist echt schon so lange her, dass mich das nicht mal mehr stört, wenn jemand “Danke fürs Essen” sagt, als wäre es eine Art religiöses Ritual. Aber glaubt mir, die Essgewohnheiten der Norweger können manchmal echt bizarr sein. Und das meine ich mit Liebe … meistens jedenfalls.

Erstmal die Frage: Warum wird überall brauner Käse drauf getan? Probiert mal Brunost auf Waffeln, Brot oder in Soßen. Es schmeckt, als hätte jemand Karamell geschmolzen und dann vergessen, den Zucker hinzuzufügen. Ich respektiere den Einsatz, aber mal ehrlich.

Und dann ist da noch die Sache mit “Wir essen Fisch, der riecht, als wäre er 1997 gestorben”. Rakfisk, Lutefisk … Ich habe langsam den Verdacht, dass einige dieser Gerichte bei einer Wikinger-Wette entstanden sind, die etwas aus dem Ruder gelaufen ist. Man nimmt einen guten Kabeljau, lässt ihn gären, bis er stark genug ist, einen Raum zu räumen, und nennt das dann eine Weihnachtstradition. Das ist ein gewagter Schachzug, Norwegen. Das war echt ein gewagter Schachzug.

Aber die Sache ist die: Ich liebe tatsächlich eines der seltsameren Gerichte. Smalahove.

Ja, Schafskopf. Der ganze Kopf. Augen, Zähne, Zunge, alles dabei. Man salzt ihn, räuchert ihn, kocht ihn und serviert ihn, als würde er dich dafür verurteilen, dass du ihn bestellt hast. Und weißt du was? Er ist echt lecker.

Als ich Smalahove zum ersten Mal probierte, war ich schon etwas nervös. Der Kopf hat mir kurz zugeredet und gefragt: “Bist du dir da sicher, Stadtjunge?” Aber sobald man das knusprige Ohr und das zarte Fleisch an der Wange probiert hat, ist man süchtig. Ich war süchtig danach. Es schmeckt schön rauchig und fettig und hat so ein intensives Lammaroma. Das zeigt, warum die Wikinger früher so viel geschafft haben – sie haben sich davon ernährt.

Das Beste daran? Und dann sind da noch die Rituale, die dazu gehören. Man muss es wie ein zivilisierter Mensch mit Messer und Gabel essen, während das Schaf einen buchstäblich ansieht. Das hat echt was Erfrischendes. Es gibt keine ausgefallene Anrichtung oder irgendetwas, das die Tatsache verschleiern könnte, dass dies einmal ein Tier war. Es ist einfach pure, ehrliche “Das ist Essen, komm damit klar”-Energie.

Die Norweger schämen sich oft für ihr Essen und sagen dann so Sachen wie “Es ist nichts Besonderes”. Aber dann servieren sie dir ganz beiläufig einen gekochten Tierkopf und erwarten, dass du dich darauf stürzt. Das ist nicht bescheiden. Das ist echt beeindruckend.

Ich würde sagen, dass das norwegische Essen ein bisschen seltsam ist. Wir haben fermentierten Fisch, der deine Nasennebenhöhlen eine Woche lang frei macht, braunen Käse, der in ein Dessert gehört, und Hot Dogs mit mehr Belag als ein Weihnachtsbaum. Aber was ist mit der kleinen Liebe? Smalahove bekommt einen Freipass. Smalahove ist echt top. Smalahove ist der absolute Hammer in der norwegischen Küche, und ich bin voll dabei.

Wenn du mal in Norwegen bist und dir jemand Smalahove anbietet, nimm es! Dann beug dich vor, schau dem Schaf direkt in die Augen (dem, das noch da ist) und zeig ihnen, dass du dazugehörst.

Mmmh!

#Life In Norway

PROTOKOLLIERT VON: Dave // BERGEN , 2026